QUARTIS Abrechnungsprüfung und Buchhaltung für Arztpraxen
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233.000 Euro, die nicht ausgezahlt wurden. Und im Bescheid steht nicht, warum.

Neun echte Honorarbescheide aus drei Kassenärztlichen Vereinigungen, vollständig ausgewertet. Gefunden wurden 232.759,70 €, die nicht ausgezahlt wurden — und in keinem Fall stand im Bescheid ein Betrag dazu. Jede dieser Zahlen musste erst errechnet werden. Die Zahlen sind unverändert; Praxisnamen, Anschriften, Betriebsstättennummern, Arztnummern und Namen sind entfernt.

Geprüftes Honorar
1.575.828,98 €
neun Quartalsbescheide,
247 Seiten Unterlagen
Nicht ausgezahlt
232.759,70 €
14,8 % des geprüften Honorars.
Gefunden, noch nicht zurückgeholt.
Im Bescheid genannt
kein Betrag
in 9 von 9 Bescheiden stand
keine Kürzung mit einer Zahl da
Die Fälle

Jeder Bescheid, jede Auswertung

Die Fälle A bis C bilden einen Standortvergleich innerhalb einer Trägerschaft im selben Quartal; ihr Ergebnis sind Prüfaufträge, keine bezifferten Einzelfeststellungen. Die Fälle F bis I zeigen dieselbe Praxis über ein vollständiges Jahr.

FallKassenärztliche VereinigungPraxis QuartalGeprüftes Honorar nicht ausgezahlt
A Sachsen MVZ-Standort 1, fünf Ärzte 2/2021 259.466,61 € Vergleich PDF ansehen
B Sachsen MVZ-Standort 2, drei Ärzte 2/2021 145.498,21 € Vergleich PDF ansehen
C Sachsen MVZ-Standort 3, zwei Ärzte 2/2021 145.213,36 € Vergleich PDF ansehen
D Sachsen wie Fall A, ein Quartal später 3/2021 194.752,40 € 27.526,88 € PDF ansehen
E Nordrhein MVZ, hausärztlich 4/2022 141.128,13 € 9.852,87 € PDF ansehen
F Westfalen-Lippe MVZ, hausärztlich, vier Ärzte 1/2022 335.587,79 € 63.298,96 € PDF ansehen
G Westfalen-Lippe wie Fall F, ein Quartal später 2/2022 115.946,93 € 44.288,52 € PDF ansehen
H Westfalen-Lippe wie Fall F, zwei Quartale später 3/2022 117.416,96 € 53.205,17 € PDF ansehen
I Westfalen-Lippe wie Fall F, drei Quartale später 4/2022 120.818,59 € 34.587,30 € PDF ansehen

Neun Bescheide, neun Auswertungen — und Ihrer?Einmalig, ohne Laufzeit: Quick-Check ab 490 € netto für Neukunden.

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Musterauswertungen

Drei Praxisformen, drei Auswertungen

Was geprüft wird, hängt an der Struktur: Eine Einzelpraxis hat eine Betriebsstätte und eine Fallzahlgrenze, eine Praxis mit Zweigpraxis hat zwei — und eine Berufsausübungsgemeinschaft mit fünf Betriebsstätten hat zusätzlich einen Kooperationszuschlag, Aufsatzwerte je Standort und Fälle, die über Standorte hinweg zusammengeführt werden. Dieselbe Prüfsystematik, an drei Formen durchgerechnet.

Einzelpraxis · 1 Betriebsstätte

Ein Sitz, eine Grenze

Allgemeinmedizin · 1.147 Fälle

Bruttohonorar
82.304,17 €
Stellen im Bescheid
37
nicht ausgezahlt
8.410,60 €
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Praxis · 2 Betriebsstätten

Hauptsitz und Zweigpraxis

Innere Medizin · 1.983 Fälle

Bruttohonorar
154.220,90 €
Stellen im Bescheid
54
nicht ausgezahlt
17.915,66 €
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Gemeinschaft · 5 Betriebsstätten

Elf Ärzte, fünf Standorte

Berufsausübungsgemeinschaft · 11 Ärzte · 6.842 Fälle

Bruttohonorar
512.480,60 €
Stellen im Bescheid
96
nicht ausgezahlt
71.757,00 €
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Diese drei Auswertungen sind Muster: Aufbau, Rechenwege und Fundstellen entsprechen dem, was Sie erhalten, die Zahlen sind konstruiert. Die neun Fälle weiter oben sind echte Bescheide.

Vier Befunde

Was in diesen Bescheiden stand — und was nicht

Ein Ausgleich von 33.258 €, im Quartal darauf null

Ein Standort erhielt eine Ausgleichzahlung zur morbiditätsbedingten Gesamtvergütung von 33.258,15 €. Im Folgequartal bejaht der Nachweis desselben Standorts alle vier Anspruchsvoraussetzungen, weist einen Honorarrückgang von 24,1 % aus — und endet mit 0,00 €. Der Abstand zur im Nachweis selbst genannten Stützungsgrenze beträgt 24.422,62 €.

Dieselbe Kürzung, drei Quartale hintereinander

Nach einem Fallzahleinbruch von 70 % lief eine Praxis drei Quartale lang gegen die fallzahlabhängige Obergrenze für Gesprächsziffern: 23.432,50 €, dann 26.770,73 €, dann 29.575,42 €. Zusammen 79.778,65 €. Die Anforderung je Fall stieg dabei weiter — von 5,13 € auf 18,29 €, bei einer unveränderten Grenze von 7,21 €.

Im Quartal davor war dieselbe Position noch vollständig anerkannt worden. Die erste Kürzung stand seit Oktober offen im Bescheid.

Ein Bonus, der einer Formel folgt

Der Laborwirtschaftlichkeitsbonus wird nicht gekürzt, sondern mit einem Faktor multipliziert, der allein vom eigenen Laborfallwert abhängt. In einem Fall lag er bei 0,09 und brachte 248,80 €; in einem anderen bei 0,70 und brachte 2.001,70 €. Derselbe Bescheid, dieselbe Regel, ein Unterschied von mehr als 2.300 € im Quartal.

Drei Standorte, ein Quartal, drei Ergebnisse

Innerhalb einer Trägerschaft erhielt ein Standort 55.531,25 € Ausgleichzahlung, ein zweiter 15.623,10 € und ein dritter keine. Das GKV-Honorar je Fall lag zwischen 23,09 € und 46,89 €. Der Standort ohne Ausgleichzahlung war zugleich der einzige ohne Förderung, ohne Weiterbildungs- und ohne Investitionspauschale — ein Ablehnungsgrund steht nirgends, weil der Bescheid die Position gar nicht führt.

Diese vier Muster stecken in fast jedem Bescheid.Vorher steht fest, was geprüft wird und was Sie zurückbekommen.

Prüfen lassen, was in Ihrem steht
Einordnung

Woraus sich die 232.759,70 € zusammensetzen

Nicht jeder gefundene Betrag ist am Ende auch einer, den die Praxis bekommt. Diese Unterscheidung gehört zu einer ehrlichen Auswertung dazu.

KategorieWas dahinterstehtBetrag
Absetzungen, Kürzungen und SanktionsbuchungenPositionen, die die Kassenärztliche Vereinigung abgesetzt, begrenzt oder belastet hat87.782,93 €
Zugewiesenes, nicht ausgeschöpftes VolumenKapazität, die in dem jeweiligen Quartal verfallen ist101.084,85 €
Ungeklärt und strittigein Ausgleichsanspruch, dessen Ergebnis der Bescheid nicht nachvollziehbar macht24.422,62 €
Vereinnahmt, aber rückforderungsgefährdetHonorar, das der Bescheid selbst als nicht vertragskonform kennzeichnet19.469,30 €
Summe über neun Quartalsbescheide232.759,70 €

Wie geprüft wurde

  • Grundlage war jeweils der vollständige Bescheid nebst allen beiliegenden Anlagen und Nachweisen — zwischen 3 und 71 Seiten je Quartal
  • Jede Leistungszeile wurde ausgelesen und die angewandte Quote gegen den ausgewiesenen Punktwert gerechnet
  • Absetzungslisten ohne Betrag wurden über die Bewertungen der Leistungsnachweise bewertet
  • Vier Bescheide lagen nur als Scan vor und wurden per Texterkennung erschlossen; die erkannten Summen wurden gegen die im Bescheid ausgewiesenen Gesamtsummen geprüft

Sie wollen erst sehen, wie eine Auswertung aussieht?Musterauswertung eines Quartalsbescheides für eine Einzelpraxis, sieben Seiten.

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Was die Zahl bedeutet

Gefunden heißt noch nicht bezahlt

Die 233.000 Euro sind das, was beim Nachrechnen gefunden wurde: Beträge, die im Bescheid anders stehen als in den Abrechnungsdaten der Praxis. Auf dem Konto der Praxis sind sie damit noch nicht.

Der Weg dorthin ist der Widerspruch, und der braucht Ausdauer. Auf die Einlegung folgt in aller Regel ein Ablehnungsbescheid, danach entscheidet der Widerspruchsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung — eine Ebene über der Sachbearbeitung, vergleichbar dem Einspruchsverfahren beim Finanzamt. Von der Einlegung bis zur Entscheidung vergehen erfahrungsgemäß sechs Monate und mehr. Am Ende steht Zahlung, Teilzahlung oder der Weg zum Sozialgericht.

Deshalb rechnet sich dieser Weg nicht über ein Quartal, sondern über die Reihe. Wer Quartal für Quartal widerspricht, wahrt nicht nur jede Frist einzeln — er verhandelt am Ende über eine Summe aus mehreren Quartalen statt über einen Einzelfall. Ein bestimmtes Ergebnis lässt sich nicht zusichern; zugesichert sind die Zahl, die Fundstelle und die gewahrte Frist.

Ihr Bescheid

Und was steht in Ihren Bescheiden?

Sie senden die letzten vier Quartale mit Anlagen ein. Geprüft wird rechnerisch und sachlich; jede Abweichung wird Ihnen mit Fundstelle, Position und Betrag vorgelegt — bei laufenden Bescheiden spätestens zehn Tage nach Eingang, also mit mindestens zwei Wochen Frist in der Hand.

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