Neun echte Honorarbescheide aus drei Kassenärztlichen Vereinigungen, vollständig ausgewertet. Gefunden wurden 232.759,70 €, die nicht ausgezahlt wurden — und in keinem Fall stand im Bescheid ein Betrag dazu. Jede dieser Zahlen musste erst errechnet werden. Die Zahlen sind unverändert; Praxisnamen, Anschriften, Betriebsstättennummern, Arztnummern und Namen sind entfernt.
Die Fälle A bis C bilden einen Standortvergleich innerhalb einer Trägerschaft im selben Quartal; ihr Ergebnis sind Prüfaufträge, keine bezifferten Einzelfeststellungen. Die Fälle F bis I zeigen dieselbe Praxis über ein vollständiges Jahr.
| Fall | Kassenärztliche Vereinigung | Praxis | Quartal | Geprüftes Honorar | nicht ausgezahlt | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A | Sachsen | MVZ-Standort 1, fünf Ärzte | 2/2021 | 259.466,61 € | Vergleich | PDF ansehen |
| B | Sachsen | MVZ-Standort 2, drei Ärzte | 2/2021 | 145.498,21 € | Vergleich | PDF ansehen |
| C | Sachsen | MVZ-Standort 3, zwei Ärzte | 2/2021 | 145.213,36 € | Vergleich | PDF ansehen |
| D | Sachsen | wie Fall A, ein Quartal später | 3/2021 | 194.752,40 € | 27.526,88 € | PDF ansehen |
| E | Nordrhein | MVZ, hausärztlich | 4/2022 | 141.128,13 € | 9.852,87 € | PDF ansehen |
| F | Westfalen-Lippe | MVZ, hausärztlich, vier Ärzte | 1/2022 | 335.587,79 € | 63.298,96 € | PDF ansehen |
| G | Westfalen-Lippe | wie Fall F, ein Quartal später | 2/2022 | 115.946,93 € | 44.288,52 € | PDF ansehen |
| H | Westfalen-Lippe | wie Fall F, zwei Quartale später | 3/2022 | 117.416,96 € | 53.205,17 € | PDF ansehen |
| I | Westfalen-Lippe | wie Fall F, drei Quartale später | 4/2022 | 120.818,59 € | 34.587,30 € | PDF ansehen |
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Quick-Check bestellenWas geprüft wird, hängt an der Struktur: Eine Einzelpraxis hat eine Betriebsstätte und eine Fallzahlgrenze, eine Praxis mit Zweigpraxis hat zwei — und eine Berufsausübungsgemeinschaft mit fünf Betriebsstätten hat zusätzlich einen Kooperationszuschlag, Aufsatzwerte je Standort und Fälle, die über Standorte hinweg zusammengeführt werden. Dieselbe Prüfsystematik, an drei Formen durchgerechnet.
Allgemeinmedizin · 1.147 Fälle
Innere Medizin · 1.983 Fälle
Berufsausübungsgemeinschaft · 11 Ärzte · 6.842 Fälle
Diese drei Auswertungen sind Muster: Aufbau, Rechenwege und Fundstellen entsprechen dem, was Sie erhalten, die Zahlen sind konstruiert. Die neun Fälle weiter oben sind echte Bescheide.
Ein Standort erhielt eine Ausgleichzahlung zur morbiditätsbedingten Gesamtvergütung von 33.258,15 €. Im Folgequartal bejaht der Nachweis desselben Standorts alle vier Anspruchsvoraussetzungen, weist einen Honorarrückgang von 24,1 % aus — und endet mit 0,00 €. Der Abstand zur im Nachweis selbst genannten Stützungsgrenze beträgt 24.422,62 €.
Nach einem Fallzahleinbruch von 70 % lief eine Praxis drei Quartale lang gegen die fallzahlabhängige Obergrenze für Gesprächsziffern: 23.432,50 €, dann 26.770,73 €, dann 29.575,42 €. Zusammen 79.778,65 €. Die Anforderung je Fall stieg dabei weiter — von 5,13 € auf 18,29 €, bei einer unveränderten Grenze von 7,21 €.
Im Quartal davor war dieselbe Position noch vollständig anerkannt worden. Die erste Kürzung stand seit Oktober offen im Bescheid.
Der Laborwirtschaftlichkeitsbonus wird nicht gekürzt, sondern mit einem Faktor multipliziert, der allein vom eigenen Laborfallwert abhängt. In einem Fall lag er bei 0,09 und brachte 248,80 €; in einem anderen bei 0,70 und brachte 2.001,70 €. Derselbe Bescheid, dieselbe Regel, ein Unterschied von mehr als 2.300 € im Quartal.
Innerhalb einer Trägerschaft erhielt ein Standort 55.531,25 € Ausgleichzahlung, ein zweiter 15.623,10 € und ein dritter keine. Das GKV-Honorar je Fall lag zwischen 23,09 € und 46,89 €. Der Standort ohne Ausgleichzahlung war zugleich der einzige ohne Förderung, ohne Weiterbildungs- und ohne Investitionspauschale — ein Ablehnungsgrund steht nirgends, weil der Bescheid die Position gar nicht führt.
Diese vier Muster stecken in fast jedem Bescheid.Vorher steht fest, was geprüft wird und was Sie zurückbekommen.
Prüfen lassen, was in Ihrem stehtNicht jeder gefundene Betrag ist am Ende auch einer, den die Praxis bekommt. Diese Unterscheidung gehört zu einer ehrlichen Auswertung dazu.
| Kategorie | Was dahintersteht | Betrag |
|---|---|---|
| Absetzungen, Kürzungen und Sanktionsbuchungen | Positionen, die die Kassenärztliche Vereinigung abgesetzt, begrenzt oder belastet hat | 87.782,93 € |
| Zugewiesenes, nicht ausgeschöpftes Volumen | Kapazität, die in dem jeweiligen Quartal verfallen ist | 101.084,85 € |
| Ungeklärt und strittig | ein Ausgleichsanspruch, dessen Ergebnis der Bescheid nicht nachvollziehbar macht | 24.422,62 € |
| Vereinnahmt, aber rückforderungsgefährdet | Honorar, das der Bescheid selbst als nicht vertragskonform kennzeichnet | 19.469,30 € |
Sämtliche Zahlen stammen aus echten Abrechnungsbescheiden und sind unverändert übernommen. Entfernt wurden Praxisbezeichnungen, Anschriften, Betriebsstättennummern, lebenslange Arztnummern und alle Personennamen; Bescheiddaten sind auf den Monat gekürzt. Eine Zuordnung zu einer bestimmten Praxis ist damit nicht möglich.
Sie wollen erst sehen, wie eine Auswertung aussieht?Musterauswertung eines Quartalsbescheides für eine Einzelpraxis, sieben Seiten.
Musterauswertung ansehen (PDF)Die 233.000 Euro sind das, was beim Nachrechnen gefunden wurde: Beträge, die im Bescheid anders stehen als in den Abrechnungsdaten der Praxis. Auf dem Konto der Praxis sind sie damit noch nicht.
Der Weg dorthin ist der Widerspruch, und der braucht Ausdauer. Auf die Einlegung folgt in aller Regel ein Ablehnungsbescheid, danach entscheidet der Widerspruchsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung — eine Ebene über der Sachbearbeitung, vergleichbar dem Einspruchsverfahren beim Finanzamt. Von der Einlegung bis zur Entscheidung vergehen erfahrungsgemäß sechs Monate und mehr. Am Ende steht Zahlung, Teilzahlung oder der Weg zum Sozialgericht.
Deshalb rechnet sich dieser Weg nicht über ein Quartal, sondern über die Reihe. Wer Quartal für Quartal widerspricht, wahrt nicht nur jede Frist einzeln — er verhandelt am Ende über eine Summe aus mehreren Quartalen statt über einen Einzelfall. Ein bestimmtes Ergebnis lässt sich nicht zusichern; zugesichert sind die Zahl, die Fundstelle und die gewahrte Frist.
Sie senden die letzten vier Quartale mit Anlagen ein. Geprüft wird rechnerisch und sachlich; jede Abweichung wird Ihnen mit Fundstelle, Position und Betrag vorgelegt — bei laufenden Bescheiden spätestens zehn Tage nach Eingang, also mit mindestens zwei Wochen Frist in der Hand.
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